DIVSI / BUCERIUS FORUM 2017:
OHNE DIGITALE TEILHABE KEINE SOZIALE TEILHABE


Eine gemeinsame Veranstaltung des  Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und des Center for Transnational IP, Media and Technology Law and Policy. Veranstaltungsort ist die Bucerius Law School.

Auch in diesem Jahr setzen das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) und die Bucerius Law School ihre gemeinsame Veranstaltungsreihe fort. In diesem Jahr wird es um digitale Teilhabe gehen, die in einer Welt, in der kaum noch etwas ohne das Internet geht, immer mehr zur Voraussetzung für Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander wird. Wer nicht online ist oder sein will, bleibt heute schon bei vielen Dingen außen vor. Wir stellen daher die These auf: „Ohne digitale Teilhabe keine soziale Teilhabe“.

Der im November 2016 im Rahmen eines Bürgerprojektes veröffentlichte Entwurf einer„Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union“ mahnt in seinem Artikel 3 Abs. 2 Satz 1 an: „Die Verwendung von automatisierten Verfahren darf nicht dazu führen, dass Menschen {...} von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden.“ Über den Entwurf lohnt es zu diskutieren. Er wirft wichtige Fragen auf, denn was bedeutet eigentlich Teilhabe in diesem Sinne?

Aus unserer Sicht ist mit Teilhabe die Möglichkeit gemeint, die Infrastrukturen und Angebote einer Gesellschaft umfassend zu nutzen und dadurch ein gleiches Maß an sowohl beruflichen wie auch privaten Chancen zu erlangen. In einer Welt, in der immer mehr Alltagsorganisation und -gestaltung digital abläuft, bedeutet digitale Teilhabe deshalb gleichzeitig auch soziale Teilhabe. Und es geht um Chancengerechtigkeit. Denn nur wer auch die digitalen Infrastrukturen und Angebote der Gesellschaft nutzen kann, der kann auch das volle Spektrum an Möglichkeiten ausschöpfen. Zwar wird dem Internet gern zugeschrieben, dass es Chancengleichheit fördere, weil es (theoretisch) allen Menschen jederzeit und von überall schier unbegrenzten Zugang zu Wissen und anderen Ressourcen biete. Gleichzeitig wissen wir (nicht zuletzt aus den DIVSI-Internet-Milieu-Studien), dass geeignete technische Voraussetzungen zwar notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung für digitale Teilhabe sind. Es geht vielmehr darum, souverän mit digitalen Medien und dem Internet umgehen zu können, um sicher und chancenorientiert durchs digitale Dickicht zu navigieren. Wer „Internet kann“, ist privilegiert. Wer nicht, wird abgehängt. Die Digitalisierung droht, nicht die Chancengerechtigkeit, sondern ganz im Gegenteil die gesellschaftliche Spaltung zu fördern.

Wie können wir eine solche drohende Spaltung der Gesellschaft in der digitalen Zeit abwenden? Wie verhindern wir, dass Menschen abgehängt werden? Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Bildung? Welche Rolle und welche Verantwortung kommt dem Staat, welche privaten Unternehmen zu? Und welcher Anteil liegt in der Verantwortung des Einzelnen?

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